| Color: ch Height: 164 cm
DE 309/09/00004/43; DE 331/31/03534/42
Züchter: Hauptgestüt Trakehnen, Krs. Ebenrode (OP). Deckeinsatz: 1946-1949 Handorf, 1950-1960 Jork, 1961-1963 Hechthausen, 1964 Hunnesrück Gekörte Söhne: u.a. Aalfänger, Abend, Abgott, Abhang I, Abhang II, Abhang III, Absatz, Abstand, Absurd, Akrobat, Archimedes, Artur, Kassio, Morgenglanz, Valentin. Der Fuchs Abglanz machte seinem Namen alle Ehre. Hinsichtlich Typvererbung hat er sich gegen jedes Blut durchgesetzt. Er stammte aus berühmter Dynastie, war seine Mutter Abendluft doch Vollschwester der bekannten Vererber Absinth, Absalon und Abendstern. Abglanz bezog 1946 erstmals eine Deckstation des Landgestüts Celle, und zwar in Handorf, die der Vorgänger der heutigen Station Roydorf war. Bis 1949 blieb er in Handorf, wo er lediglich die Großutter des gefragten Duden I-Sohnes Dirigent (Ldb. Warendorf) als bleibendes Relikt hinterließ. In den Nachkriegsjahren hatte der leichte, typvolle Trakehner es noch schwer: Wirtschaftspferde waren gefragt, und die brachte er nicht. Seine große Stunde schlug in Jork im Alten Land, einer Station, die es heute schon lange nicht mehr gibt. Hier landete Abglanz die Volltreffer gleich in Serie. Mit der Aktionär I-Tochter Ankerhirtin zeugte er die Brudertrilogie Abhang I, II und III sowie deren Vollschwester Zukunft, mit der Alwin Schockemöle internationale Springerfolge feierte. Alle vier Geschwister waren unterschiedlich: Der 1.60 Meter große Abhang I war in Badbergen ein Typverbesserer erster Sorte, doch nur vereinzelt gelang seinen geschmackvollen Kindern der Aufstieg in höhere Sphären des Reitsports. Abhang II, mit 157 cm Stockmaß der kleinste im Bunde, brachte in Hohnstorf, Groß Liedern und dessen Nachfolgestation Hanstedt II sowie in Frankenburg herausragende Dressurpferde mit viel Charme, Rittigkeit und Bewegungsqualität. Abhang III, mit 163 cm der größte Bruder, zeugte vorwiegend Springpferde und ist heute noch in zahlreichen Leistungsstämmen zu finden. Die Vollschwester Zukunft übertrumpfte sie alle, war weder hübsch noch charmant im Gehabe, aber springen konnte sie ohne Ende. Auch der quadratische, charakterlich todehrliche Absurd, der züchterisch kein Weltveränderer geworden ist, hatte eine berühmte Vollschwester: Fritz Ligges Zuckerpuppe. Das Blut des Abglanz hat sich im Mannesstamm halten können in Absatz, der von Otersen und Roydorf aus zum starken Verbreiter des väterlichen Erbgutes wurde. Hengste wie Argentan I, Arsenik, Akzent I und II, Admiral I und II, Aktuell und sicherlich auch Aderlaß brachten einen echten in Gang, und heute ist der Argentan I-Sohn Argentinus der populärste Vererber dieser Dynastie. Aus Hechthausen, Abglanz vorletzter Wirkungsstätte, stammte Archimedes, der sechsjährig bereits das komplette S-Programm beherrschte. Er war Jahrgangsgefährte des K?egers Akrobat, der im Gegensatz zu Archimedes ein Bursche war. Seine Kinder konnten viel springen, waren aber nicht immer einfach zu händeln. Aus der Hechthausener Zeit stammten auch Aalfänger und der bewährte Trakehner Kassio. Da Abglanz zeitlebens Landbeschäler in Celle war, blieb sein Einfluß auf seine eigene Population begrenzt. Das Trakehner Zuchtbuch weist neun eingetragene Töchter und drei Söhne auf. Von diesen dreien, Kassio, Morgenglanz und Valentin, entstammen die beiden letzteren den wenigen Monaten, die Abglanz im Winter 1963/1964 in Hunnesrück verbrachte, ehe er am 14. März 1964 wegen fortschreitender Altersbeschwerden getötet werden mußte.
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