| Color: b Height: 1.65m
21cm
Cornus erschien unter dem Namen Cocon zum erstenmal anlässlich der Körung Neumünster 1990 im Rampenlicht. So grundsolide wie seine Abstammung erschien der Körkommission auch der Hengst selbst – nicht spektakulär, aber er konnte überall überzeugen. „Mittelgroßer, dabei relativ ausgereift wirkender Ravel-Sohn aus der Vollschwester der Bundeschampionatssiegerin und in der Dressur erfolgreichen Corna, mit schönem Gesicht und guter Halsung, mit solidem Körper in guter Aufteilung und korrekten, stabilen Beinen, eifrig und elastisch in der Bewegung und mit guter Bascule und Technik über dem Sprung.“
Züchter Volker Landwehrmann, der die Hunnesrückerin Cornau einige Jahre in seiner Zucht haben durfte, freute sich über das positive Körurteil – und sicher noch mehr darüber, dass sein Edelstein mit dem Gestüt Heinen-Bönninghardt im rheinischen Issum einen Käufer fand, auf dessen renommierter Station dem Hengst wohl eine schöne Karriere bevorstand.
Die Hengstleistungsprüfung in Warendorf absolvierte Cornus 1991 im vorderen Drittel, wobei Charakter und Temperament besonders hoch benotet wurden. Seine ersten beiden Fohlenjahrgänge im rheinischen Zuchtbezirk ließen sich gut an.
Der inzwischen verstorbene Adolf Dörfler, tierzüchterisches Genie aus dem Raum Bayreuth, wurde auf den Hengst aufmerksam. Im Rahmen einer Hengsthaltergemeinschaft kaufte er den Hengst an und stellte ihn als Nachfolger für Bartholdy in seinem Gestüt Aichen in Neudrossenfeld auf. Drei Jahrgänge mit hervorragender Nachzucht schlossen sich aus züchterischer Sicht an, bevor Adolf Dörfler aus der Gemeinschaft ausstieg und Cornus seinen Partnern überließ.
Als große Verfechter des Leistungsgedankens in der Zucht beschlossen die, dass der eigene Hengst da mit gutem Beispiel vorangehen sollte. Vom Pedigree her überwogen bei Cornus sicher die Dressurgene, doch angesichts seiner nicht minder guten Veranlagung zum Springen kam der Hengst in den Beritt von Klaus Krüp. Er stellte Cornus bis zur Klasse M im Turniersport vor. „Bei drei sehr guten Grundgangarten prädestiniert die Rittigkeit und raumgreifende Galoppade Cornus für das Springen, wobei er auch sehr gutes Springvermögen, rasche Lernfähigkeit und Technik zeigt“, so lobte der bayerische S-Springreiter seinen Schützling.
Nach einem einjährigen Intermezzo im Gestüt von Dr. Annette Wyrwoll in Duggendorf ging Cornus als Leihhengst und zur dressurmäßigen Weiterbildung auf den Majenfelderhof von Stephanie Herken-Wendt in die Holsteinische Schweiz. Herken-Wendt bildete den Hengst dressurmäßig ebenfalls bis Klasse M aus, stellte ihn aber nicht auf Turnieren vor. Auch in Holstein konnte Cornus einige gute Töchter und Sportpferde zeugen.
2004 schließlich kehrte er zurück nach Bayern und steht seither im Gestüt Untere Mühle in Goldkronach bei seinem Mitbesitzer Dr. Friedrich Nüssel im Natursprung auf Station. Seinen einmaligen Charakter und seine gute Veranlagung wie Ausbildung in beiden Sparten der Reiterei stellt der Hengst noch im 20. Lebensjahr bei Schaubildern vor Publikum unter Beweis. So urteilt auch Dr. Annette Wyrwoll, Olympia-Vielseitigkeitsreiterin, über diesen Hengst: „Cornus besitzt bei vorbildlichem Interieur und natürlicher Rittigkeit eine sehr gute Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit bei taktreiner Bewegungsmanier.“
Cornus führt 39,05% Vollblut in seinen Adern, das hauptsächlich über Pasteur xx und Osterglanz xx kommt, jedoch auch über Stern xx. Arabische Elemente fließen über Maharadscha und Pregel ein. In den ersten fünf Generationen finden wir den großen Ticino xx zweimal in der 5. Ahnenreihe – nämlich als väterlichen Großvater von Osterglanz und als mütterlichen Großvater von Pasteur. Zudem treten die herausragenden Trakehner Vererber Pregel und Altan jeweils in 4./5. Ahnenreihe auf. Ansonsten ist das Pedigree von überragenden Vererbern väterlicherseits und grundsolidem alten Trakehner Hauptgestütsblut mütterlicherseits geprägt.
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